Debian auf der Schnecke

January 24th, 2007

Es war wieder mal Bastelzeit bei Indermühlis, und das ist gleich eine Gelegenheit zum Bloggen.

Nach zwei Monaten Vertröstetwerden kam endlich meine Schnecke und der Memorystick vom Ebayer aus Hongkong für zwe Schtutz plus Versand. Elektronik ist ja grundsätzlich zum Basten da und offene nicht-originale Software sowieso schöner. Mein Router z.B. läuft auf OpenWRT und der graphischen Oberfläche X-WRT, beides funzt makellos und die Installation war bubigägiliecht. Was er jetzt z.B. neu kann: Qualitätskontrolle. So kann ich problem- und wartezeitenlos surfen und chatten, während die neuste Linux-Distribution per bittorrent hereinströmt.

Doch zur Schnecke; was die ganze Chausse überhaupt soll: Das Kästchen stellt eine oder mehrere angeschlossene USB-Harddisks ins lokale Netz und auf die Daten kann von jedem berechtigten Compi aus zugegriffen werden. Die Originalfirmware möchte jedoch jede angehängte Harddisk selber formatieren, was meinen Daten darauf nicht besonders bekömmlich wäre: deshalb muss eine Lösung her, mit der ich die Harddisk wisjisch (oder auf Neudeutsch: as is) konnekten kann.

Auf dieses Seite hier gibts für den Slug ganz viele Rezepten zum selber Software kochen. In meinen Pfannen gärt gerade ein Debian heran; die Firmware ist geflasht, der Memorystick ist als Systemlaufwerk partitioniert und formatiert und der Herunterladevorgang des Hauptsystems läuft. Gewisse Debian Mirror liefern korrupte Pakete, was die Chausse verlangsamt und mühsam macht… Gemäss Installationsanleitung dauert der Vorgang ca. 2.5h und steht momentan bei 20%, drum lass ich das Kistchenjetzt mal über Nacht rattern und schaue morgen, ob nicht vielleicht das letzte Paketchen doch am Ende ein ganz klein wenig korruptchen war und ich noch einmal (mehr) von vorne beginnen darf…

(Und gerade, nachdem ich den Text nochmal durchgelesen habe, kommt tatsächlich die Fehlermeldung… Gopf! Mer möcheds nomoll…)

Lokaupatriotisches Höhefieber

December 10th, 2006

Mit es paarne Budekollege gan i regumässig übere Mittag ga jogge. Dasi einigermasse fit bi, secklen i zwüschedüre o no ufe Gurte ufe. Obe bin i aube rächt ufem Latz, aber mit echli lokaupatriotischer Yschtellig entschädiget eim d Ussicht über ds schöne Bärnerland (das wär itz di lokaupatriotischi Yschtellig gsy, ds schteigere nume no dür nes “üses schöne Bärnerland”) füre ryyssend Schmärz vom Sytteschtäche, ds Chratze i der Lunge u di brönnigen Ouge vom Schweiss unger de Linse.

Szenewächsu: Vo mim Bürotisch gseh i ufe Zürcher Gurte, dä mit de zwo Antenne. (U di einti lüchtet sogar rot!) I ha ging gfunge, der Gurte syg schöner, höcher (absolut aus o relativ) u herter zum seckle, u me heig ja eh di schöneri Ussicht.

Letscht Wuche heis dr Jürg u i wöue wüsse u sy für üsi mitäglechi Joggingrundi i d Saauschporthaue gfaare u sy dä Hoger vo dert us aagange. I fasse mi itz churz: Der Üetlibärg isch schteiler u herter aus der Gurte, u d Ussicht a däm Föhntag isch eifach der Hammer gsy! Mi Lokaupatriotismus het no es Näggi meh übercho, won i ha d Höchine vergliche:

Aare bim Schönoustäg: 502 m.ü.M.
Gurte: 864 m.ü.M.
Differänz: 362 m

Saalsporthalle: 422 m ü. M.
Üetliberg: 869 m ü. M. (merd, gschlage)
Differänz: 447 m (merd, nomau gschlage!)

Auso, lö mers, ds Züri isch haut aus eifach chli grösser. Aber ä schtääiler…

Zibelemärit - Böllechilbi

November 27th, 2006

Es isch wider eso wytt: Bärn fyyret. Ds Vouk isch i de Rohr, d Märitwyber verkytsche Zibelezöpf u di früschi chauti Morgeluft schmöckt nach Glüewyh, Chäschueche u Zibelesuppe. Ufem Wäg zum Bahnhof wird me vo lachende Ching mit Konfetti puderet, vo luschtige Goofe mit Quietschhämmerli traktiert u vo fröhleche Giele mit Hertgummichnüttle vermöblet. D Schtadtindianer ir Franse-Läderkluft mit de Fäderen ufem Gring blasen iri peruanische Flöte zum kitschige Süntysäiserteppich, umringt vore Tschùppele alleierziehende Müetere i Patikhose mit Hochsteck-Chopftuech wo mitwippend im Ethno-Pop schwelge (El Condor Pasa!) u dervo tröime, de Schtadtindianer iri peruanische Flöte ds blase u vo ne puderet ds wärde.

Das het itz guet ta, Dampf abdslah. Finge der Zibeler ja eigentlech no luschtig, aber gäge di Indianerband bin i allergisch. Der vorletscht Zibeler hei sy der ganz Tag vor mim Büro gguuget, iri ewige 4 Schnulze ire Ändlosschloufe, u ds Bänzin im Generatörli wo iri Sünthykapäue gschpise het het u het nid wöuen usgah.

Soli, itz aber schaffe…

Ich danke Ihne für de Aaruef - Merci für ds Telefon

November 19th, 2006

Im Nachbarbüro tschäderet ds Telefon zwöi Mau, de nimmt der Kolleg ab: Grüezi. Är plouderet über nes paar wichtigi Sache u verabschidet sech du mitemne “ich danke Ihne für de Aaruef.”

Gitts “Der Aaruef” uf Bärndütsch? Der Bietehard kennt ne nid, nach der Aarichti chunnt aarüere, aarüschte u aaruure. Me cha öpperen im Appäu ja ufrüefe oder ire wichtige Schossen en Ufruef a d Öffentlechkeit mache. Mit Hingedüreschnure cha me öpperen i Verruef bringe daser im Pruef problem überchunnt. (Cha me sech o aktiv verrüefe? “Hoooouuusiiii!!!!, ehm, i meine Rüüüüüüeeeduuuuu!!!” Item.) Der Piggettdienscht isch uf Abruef parat u der SCB um Zueruef froh.

We me öpperens Ufmerksamkeit wott, mues me ne hingäge aahoue - u da sy mer scho ir Nechi vom Telefon wo mit syre Glogge wott d Ufmerksamkeit errege: es tuet sy Psitzer aalütte. Wi bedankt me sech, we eim öpper aahout für öppis wichtigs ds säge? Genau, “danke das der mi aaghoue heit”. (”Merci füren Aahou” isch hingäge numen aapracht, we me der der Mürggu het wöue u dä o überchunnt.) Müesst me de aber am Telefon nid säge, “merci das der mi aaglüttet heit” schtatt “mir aaglütte heit”?

Em gäbigschte isch ja sowiso es “Merci für ds Telefon”. Me het zwar nid es Telefon gschänkt übercho, aber vilech isch das ja eso nes Stossgebätt füre Philipp Reis und der Alexander Graham Bell für das si üs di praktischi Erfindig gschänkt hei.

I däm Sinn: Danke, für dä Blogytrag ds läse u merci für ds Internet, dasch auso schampar komod!

Kein Skype-Telefon

October 27th, 2006

Ich habe dem Telefon den Stecker gezogen. Seither telefoniere ich per Handy dank Myzone relativ kostengünstig. Oder ich quassle gratis am Computer über Sipgate und Skype, unter «meinem» Betriebssystem Linux ginge das sogar mit einem modernen Bluetooth-Headset. Doch meines ist zu alt, das Gespräch riss mehrmals ab und dem Gesprächspartner schliesslich der Nerv. Er legte auf und schickte mir stattdessen das neue Linksys Skype-Telefon CIT300-EN.

So ein Gerätchen sei eine feine Sache, dachte ich mir. Ich stellte mir vor, dass ich damit Skypen könne, ohne den Computer anzuschalten – Strom sparend allzeit bereit. Auf dem Markt gibt es schliesslich seit einiger Zeit Telefone und Adapter, die direkt ans Computernetz angeschlossen werden können. Mit diesen kann man ohne Computer via Internetanschluss auf andere PC oder auf Festnetzanschlüsse anrufen. Das Skype-Telefon, stellte ich mir vor, sei so eines und würde Skype als Sprachdienst nutzen.

Doch welch eine Enttäuschung als ich die Schachtel in den Händen hielt: Voraussetzung ist ein Windows-Computer. Das Gerät wird nicht direkt ans Internet gestöpselt, sondern per USB an den Computer; ohne laufenden Rechner kein Quasseln. Es ist im Prinzip ein Headset, bloss hat man damit nie beide Hände frei. Dass man es auch als Festnetztelefon nutzen kann, tröstete mich nicht, habe ich doch dieses Kabel gekappt.

Der Hackertrieb war aber geweckt. Ich wollte herausfinden, ob man unter Linux etwas damit anstellen kann. Schick sind sie immerhin, die edel-graue Basisstation und das futuristische Handteil mit der metallischen Verzierung. Linux erkannte in ihm aber kein Sound-Gerät und gab keinen Ton von sich.

Fazit: Die Kiste bringt mir nichts. Mit dem Linksys-Skype-Telefon muss der Rechner zum Skypen eingeschaltet sein. Doch wenn er schon läuft, schliesst man besser ein anständiges Bluetooth-Headset an. In meinem Fall ein modernes, das von Linux unterstützt wird. So eines kaufe ich mit dem Geld, das ich für diesen Text kriege, und ich weiss schon, mit wem ich es testen werde…

(Dieser Artikel erscheint in der BZ vom 27. Oktober 2006 in der Rubrik tasten_test und auf www.espace.ch/tastentest. )

Was ich gesucht hätte, gibt es, beschrieben bei golem. Eine andere Möglichkeit ist, Skype auf einem Wifi-fähigen PDA laufen zu lassen.

Ds Züri Kafi isch ds Bärn Cacoo

October 26th, 2006

I bruchen es Caffee. Jede Morge isch mini erschti Handlig ufem Bügu der Griff nach der Nespresso-Chapsle. Wüu was isch e Morge ohni Caffee? Ohni dä gröschtet Gruch, ohni dä bitter-fein Gschmack wo d Synapse zum schiesse bringt? En Ersatzdroge isch Cacoo, dä macht hochdosiert glücklech, und eso ne Zuckerschub isch o öppis schöns.

Mini semantischi Wäut isch bis itz ir Ornig gsy: Em Caffee hange keni negative Bedüttige aa u mir chäm grad ke Doppudüttigkeit i Sinn. Angers der Cacoo, für ihn gitts e Huufe zwöiti Bedüttigen u di meischte sy negativ psetzt: We me mitem Outo i Cacoo use fahrt, geit me i ds Abglägne (o wes nid grad eso wyt isch wi dert, won er wachst); we me ufem Bügu im Cacoo isch, isch men im Seich; we men e Cacoo uselaat het men öppis nid psùngers geischtrychs gseit.

Geschter aber het es Trumblemänt myni Begriffslandschaft erschütteret u i bi ine zwüschesprachlechi kognitivi Dissonanzfaue tschaupet. Ire Beschprächig mitem Ralph ischs um ene Vertrag gange wo mer Infos vomene Kliänt hei prucht. Der Ralph het gfunge “Mir warted jetzt, öb de Chund bi syne Plän bliibt oder öbs plötzli merked, dases en Kafi isch.”

Wüu Kafi übersetzt Caffee heisst, und das durchus positiv isch, han i im erschte Momänt tänkt: “Eh, de isch ja guet u mir chöi wytter mache.” Aber sofort ischs mer düre Gring gschosse: “Aber de macht doch dä Satz ke Sinn! Wy isch das itz gmeint, en Kafi? Dasch doch guet! Aber nei das chas nid heisse, schüsch würde sy ja bi de Plän blybe. U we si bi de Plän blùùbe, chönnte mer ja wytter schaffe, u der Konjunktiv eis vo blybe isch ja gar nid blùùbe, aber item. Us der Situation use chan er ja nume gmeint ha, das der Chund d Idee vilech der Aabee abe laat und mer drum warte; aber de wärs ja nid Caffee sondern Caccoo! Vermuetlech het das für ihn en angeri Bedüttig, däm mues i mau nache ga u en Ytrag im Blog drüber schrybe.” I ha dä Gedankegang em Ralph e zätussekunde schpäter mitemne zustimmende “m-hm” zämegfasst.

Soli, hie ändet ds Glychnis u mir näme mit: Was ds Züri en Kafi isch, isch ds Bärn e Cacoo. I läbe wider ohni inneri Widerschprüch, ha Fröid am Klang vo “der Aabee abe laa” u em Rhythmus vo “doppudüttig” u schänke mer es Tassli nache. Nid Kafi oder Cacoo sondern Caffe, da weis i was i ha.

Zürcher Guillotine

September 21st, 2006

D Tram ds Bärn sy scho bequem. Di ganz aute hei zwar u herti Houzsitze, derfür wärde di Brättli won e Heizig ungedrann hei im Winter schön warm. Di mittleri Generation isch ja tiptop u bequen, u o i de Combinos laat sechs la reise, ömu we me hochseetouglech isch us eim vom schüttle nid schlächt wird.

Ds Züri hei si schiggi Cobras, aber di faare nid uf mire Linie. Die Tram wo derfür aube derhär chöme, bewege sech äuä zwüsche der eutischte u der zwöiteutischte Generation Bärnertram u glyche sehr am blaue Bähndli, eifach mit Türen uf nume eire Sytte.

U genau die Türe heis i sech. We si ufgöh klappets unger eso nes Gitter aus erschte Schtägetritt abe u we me druf schteit, geit d Tür nid zue. Bir Sihlposcht isch aber dä Schtägetritt tiefer aus ds Perron, si heis nöj gmacht u erhöht, das me bequemer cha yschtige. Dasch ja nume guet gmeint.

Won i äbe geschter Morge dert ygschtige bi - no nid ganz wach u wäg der Musig i den Ohre vertröjmt u totau abgschottet - tschaupen i natürlech nid zersch vom Perron abe uf das Gitter füren Ufschtig ids Tram vo dert Aadsgaa, sondern bi so flink wis haut am Morge früech ggangen isch gradus ufe zwöit Tritt los. U chum bin i dert abgschtange, gsen i us de beiden Ougewinkle vo linggs u rächts öppis schwarzes uf mi zueraase, gschpüre wis mer d Täsche a d Bei u d Schùutere a d Backe trückt u bi i dere Schysstramtür ygchlemmt gsy.

Es höflechs Bärner Tram hätt itz das doch gmerkt, u hätt mi wider losglah, aber ds Züri geits chli zackiger zue und här: we d Türe zue mues, de geit sy zue, o we no e Passagier im Wäg isch. Öpper im Tram het de erbarme gha u het der Chopf drückt, de bi de glych no us der Türen use u i ds Tram ine cho.

I schleisse mi Mänus Theorii übere Morge aa…

Szene vom Budenusflug

September 18th, 2006

Ob dreine Episode wo im Verlouf vom Tag gfaue sy, han i no lang müesse grinse: Nachem Versuechsstolle sy mer pär Car und Rosswage nach Fläsch ga Wy deguschtiere. Üse Kutscher isch eso ne yheimischen aute Mändu gsy wo am Tag Tourischte desumewägelet und am Aabe mit syne Riisetaupe es Schwytzerörgeli trückt. Är het wöue wüsse, vo wo das mer chäme u was mer mieche u won im isch bewusst worde, daser en Aahänger vou Aawäut het, isch er hurti chli schtiu gsy. Bis er de gfragt het:

“Syd er ufem Betriibigsusflug?”

Üs hinger im Chare hets innerlech schier verrisse, aber mir nei d Contenance gwahrt u nume grinset bis zu den Ohre u öpper het de, ohni derzue ds pruschte, gmeint “ja, ufem Betriibsusflug”.

Me schteu sech einisch ds SchKG vor:

“Zweiter Titel: Schuldbetreibung,
I. Arten der Schuldbetreibung
II. Ort der Betreibung
III. Der Betreibungsausflug”

Item. Schpäter isches de eine vo üs gsy, wo der Ton nid ganz preicht het, aber i di angeri Richtig. Der Manoo het ys wytter Richtig Fläsch gschtüüret un is erklärt, wäm weli Räbhäng ghöre u weli Trube wachse.

Üse Ralph het du wöue wüsse, wi ds Gschäft eso gieng, obs viu Tourischte heigi u der Tryber het gfunge momou, es heig aazoge ir letschti. “Si sind en Konjunkturindikator” het der Ralph zuen im gseit, u der Kutscher het zersch nid gwüsst, ober söu gschmychlet sy, söu suur wärde, oder ober so söu tue, wi wen er nüt ghört hät. Der Ralph het du gmerkt das sy Botschaft nid isch aachoo u het im wöue erkläre, das we d Lütt wirtschaftlech wider zueversichtlech syge, das si denn meh Kutschefahrte buechi, aber üsen Ätti hets nid wunger gno.

U när sy mer bim Winzer Adank aacho. Mir isch sofort ufgfaue, das är ganz angers gredt het aus d Lütt no es paar Kilometer der Rhyn nìdsi, nümm das Sängellerischi, sondern der zwöitschönscht Djaläkt vor Schwytz: Bündnarisch. I Chäuer het er is mit de Wort bätte: “Gö mar d Schtega hinachhina.” Herrlech! Syni Wyne sy viuverschprächend gsy, aber no ds jung für so warm und rund abedfliesse wi sy Djaläkt.

U zum Schluss no das: Ja, i ha rächt mitdeguschtiert, trotz Louf am nächschte Tag. Und ja, i ha immer no e henne Muskumoudi! Und bim Tschabi gitts Spaghetti Bolo.

Was sy 30 Aawäut imene brönnende Tunnu?

September 17th, 2006

E müglechi Antwort wär “E gueten Aafang.” Was sech aber letscht Frytig eso präsentiert het, isch üse Budenusflug gsy, mir sy der Versuechsstolle Hagerbach bi Flums ga aaluege.
Anwälte im Stollen

Es isch en imposanti Aalag, i de ca. 5 km wo sy i Bärg grabe hei wärde Materialie entwicklet, z.B. der spezieu Schprützbeton füre Gotthard-Basistunnu, nöji Meissle oder Tunnubohrmaschine. Hie isch e chlyni, iri grossi Schwoscht im Gotthardtunu isch 400m läng.
Tunnelbohrmaschine

Es wärde o Wärkstoffe u Gschtei teschtet u Schuelige düregfüert, insbesondere vo Fürwehre us der ganze Wäut. im Tunnu hei sy e ganze Personenzug, e Güeterzug und e Outokarambolage nachepoue. D Outo sy d Chäre vo Psuecher, wo fautsch Parkiert hei. ;-)
Tunnelkarambolage

Am Schluss isch de no der Rahme vor Veraaschtautig gschprängt worde, hie isch ds Video dervo aus xvid, aus mpeg4 u aus flv.

Greifenseelauf

September 16th, 2006

Tschabi, Rögu und ich zogen heute die schnellen Schuhe an, bestigen den Zug gen Zürich und verspeisten darin eine Portion Teigwaren, denn wir zogen aus, uns am Greifenseelauf über die halbe Marathondistanz zu messen.

Für mich war es der erste Wettkampf seit der Schulzeit. Die Turntage im heimischen Säriswil, als Gastsportler in Murzelen, im hart umkämpften Uettligen oder zum hohen Bern hinterliessen ein tiefes Trauma; doch zehn Jahre nach der Matura ist der Kampfgeist von neuem erwacht. (Gewisse Freunde sprechen in diesem Zusammenhang von “Sams Midlife-Crisis”, doch ich weise diese Vermutungen weit von mir, ich fühle mich so gut wie nie, im Fall!) Schon Wochen vor dem Start standen Tschabi und ich unter enormem mentalen Druck, wetteten wir doch um ein Znacht, wer schneller sein würde.

Wir trafen uns am Bahnhof Bern beim Treffpukt, wo ein Stand der SwissTransplant aufgebaut war. Ich nahm die Gelegenheit wahr und füllte einen Organspenderausweis aus, denn vor den 21km hatte ich ziemlich Respekt. Und man kann nie wissen, vielleicht können sie ja noch etwas gebrauchen. Den Ausweis wolte ich beim Umziehen neben der Startnummer ans Shirt sicherheitsnädeln, doch Tschabi leistete wunderbare Überzeugungsarbeit und machte mich glauben, dass ich ihn nicht brauchen würde.

Am Nachmittag um 15:01h fiel der Schuss zur Ausmarchung, wer sich bei wem zu Tisch setzen darf. Die ersten drei Kilometer joggten wir zusammen und befürchteten, das Rennen mit Kilometerzeiten um die 4:30 zu schnell angegangen zu sein. Innere Spekulationen tobten: Habe ich genug getrunken, macht das Knie mit, wie stark ist Tschabi wohl mental, waren die Spaghetti im Zug al dente genug? Doch der angeschlagene Rhythmus behagte mir und ich bewegte mich regelmässig unter den angepeilten 5min. Die Schönheit der Landschaft kenne ich leider nur vom Hörensagen da mein Fokus auf den Absätzen des Vorderläufers und natürlich auf dem eisernen Wettgegner ruhten.

Um eine lange qualvolle Geschichte voller Heldenmut, Kampfgeist, Allianzen und Antipathien, kalte Duschen sowie - es lässt sich nicht bestreiten - interessanter Begegnungen rund um den Greifensee kurz zu fassen: Die letzten zwei Kilometer waren eine leidensvolle Mischung aus Seitenstechen, emne heisse schturme Gring und ebendiesem harten, der dem ihn tragenden Körper keine Schonung zugestand. Die Uhr stoppte bei 1:36,26.4 als ich durchs Ziel schwankte, was mir den gesamthaft 924. Rang und den 141. der Kategorie M30 eingebracht hat. Tschabi hatte leider weniger Wettkampfglück, er überhitzte und musste nach 18km aus dem Rennen ausscheiden.